Mein Tag bei IKEA Wien Nord
Vorgeschichte
Folgenden Plan hatte ich mir zurechtgelegt: Besuch der Website von IKEA bezüglich Telefonnummer von IKEA Wien Nord zum Zweck der Reservierung eines Transporters für den Transport von IKEA Möbeln vom 22. in den 19. Bezirk. Also ging ich auf IKEA.at um die Telefonnummer bei der Auflistung der Einrichtungshäuser in Österreich zu finden. Fehlanzeige. Man findet keine Nummer direkt zum Einrichtungshaus, sondern nur eine Nummer für Kundenservice, Business und Homeshopping. Also rief ich beim Kundenservice an. Nach unzähligen Menüs und sieben Minuten in der Warteschleife sagte mir eine elektronische Stimme am Telefon, dass ich für Informationen zum Transportservice und Leihfahrzeug auf die Website gehen solle. Gut. Ich ging also wieder auf die Website und suchte und suchte und suchte, bis ich auf eine Seite stieß, die hieß „IKEA Leihtransporter“. Juhuu, geschafft, dachte ich, aber weit gefehlt. Man glaubt nicht, was dort stand:
„Bitte reserviere rechtzeitig vor deinem Einkauf einen Leihtransporter unter 0810/081081 (<- Kundenservice, das Kundenservice, dass mir sagte, ich sollte auf die Website gehen!) oder direkt im Kundenservice in deinem Einrichtungshaus!“
Also rief ich beim Business-Service an – denn der andere Weg hätte in die Unendlichkeit geführt – und siehe da, eine menschliche Stimme meldete sich.
Ich: „Ich würde gerne einen Transporter ausleihen. Wie groß sind die Transporter und wie viel kostet er?“
Callcenter: „Das sind ganz normale (!) Ford Transit und diese kosten mit IKEA Family Card 29,- Euro für 2 Stunden und 39,- Euro für 3 Stunden.“
Ich: „Und wie viele Kilometer sind frei?“
Callcenter: „100 Kilometer sind inkludiert.“
Ich: „Ja, sehr gut. Wie kann ich den Transporter reservieren?“
Callcenter: „Ich kann die Reservierung gleich telefonisch machen. Bei welchem Einrichtungshaus möchten Sie den Transporter reservieren?“
Ich: „im IKEA Wien Nord.“
Callcenter: „Oh, IKEA Wien Nord. Das kann ich leider nicht reservieren.“
Ich: „KNIRSCH“
Callcenter: „Sagen Sie mir Ihre Telefonnummer, dann ruft Sie jemand zurück.“
Ich gab also meine Nummer her, in der Hoffnung, dass ich mein Vorhaben doch noch zu Ende bringen könne. Der Anruf kam wirklich prompt und ich konnte mir für den nächsten Tag von 10–12 Uhr einen Transporter reservieren. 2 Stunden Zeit würden vielleicht knapp, aber „das geht si scho aus“.
Mein Tag bei IKEA Wien Nord
Ankunft IKEA Wien Nord 9:26 Uhr
Wir schlenderten völlig entspannt in den IKEA. Es war wenig los, der Verkehr war gut und die Sonne schien und stand kurz vor der unfassbaren 3/4 Sonnenfinsternis. Ich holte mir zuerst ein Regal aus dem SB-Regal und ging dann zu einem Mitarbeiter für ein Sideboard, welches es nicht in der SB-Halle gab. Artikelnummer vorgelegt, Lieferschein ausgestellt, bezahlt, bei der Warenausgabe angestellt, Ware ausgefasst und nun gings ab zum Leihwagenschalter.
Ankunft Leihwagenschalter 9:40 Uhr
Die Dame am Schalter lag uns nach Führerscheinkopie, Namenserfassung etc. ein Blatt vor, das wir vor Ort unterschreiben mussten, wo draufstand, wie man das Erdgasauto betankt (Erdgasauto? Betanken?), wie man mit einer Karte am Schlüsselbund das Auto auf- und zuschließt (Schlüsselkarte für das Auto?), dass man nur noch den Schlüssel zum Starten braucht, und vieles mehr.
Mein Mann: „Das können wir uns doch alles nicht merken!“
Dame: „Den Zettel bekommen Sie eh noch mit, aber ich brauch da eine Unterschrift.“
Wir unterschrieben und gingen hinaus zum Auto. Am Weg zum Auto meinte die Dame dann noch, es wäre so, dass wir das Auto vollgetankt zurückbringen müssten, und die Tankrechnung vorweisen, da sie ansonsten 50 Cent für den Kilometer verrechnen müsse.
Mein Mann: „Wie bitte?“
Dame: „Das steht alles auf dem Zettel.“
Erstens war ich erstaunt, dass man sowas am Weg zum Auto erfährt, wo ich doch schon die Dame am Telefon um den Preis gebeten habe und zweitens hätte die Dame am Leihwagenschalter eigentlich auch schon beim Schalter darauf hinweisen können, aber so ist das mit Erwartungen. Es stand ja schließlich am Zettel. Wir gingen also zum Auto. Die Dame hielt am oberen rechten Eck der Windschutzscheibe die Karte am Autoschlüsselbund an ein Feld wo „Checkpoint“ draufstand.
Dame: „Da müssens jetzt ein bisserl warten, bis das Schloss dreimal klackt. Dann ist die Tür offen. So schließen sie das Auto auch wieder.“
Wart – wart – wart – Klack – Klack – Klack
Dann gingen wir noch ums Auto, um den Bestand an Kratzern und Dellen zu dokumentieren. Noch eine Unterschrift.
Einstieg Leihwagen 9:46 Uhr
Wir stiegen ein, Zündschlüssel ins Schloss – „BIIIING“
Mein Mann: „Was ist das?“
Ich: „Keine Ahnung. Geht‘s zum Starten?“
Mein Mann: „Nein.“
Zündung aus – warten – Zündung ein – „BIIIING“
Ich: „Vielleicht musst die Bremse treten.“
Mein Mann: „Geht trotzdem nicht. Mit Kupplung, Bremse, Handbremse an, Handbremse aus, Zündschlüssel reindrücken – es geht nicht. Bitte geh zu der Dame, sie soll uns sagen, was da los ist.“
Ich lief also wieder ins Einrichtungshaus und sagte der Dame, dass es nicht ging. Sie meinte, wir sollen nochmal mit der Karte die Türen auf- und zusperren, dann solle es eigentlich funktionieren.
Dame: „Aber es kann auch sein, dass das Auto noch nicht anspringt, weil es ja noch nicht 10 Uhr ist und Sie das Auto erst ab 10 Uhr reserviert haben. Das ist elektronisch geregelt. Probieren Sie es 5 Minuten vorher nochmal.“
Gut. Und warum erfahren wir das erst jetzt? Das hätte uns echt viel Stress erspart. Ich ging also wieder zurück und sah, dass sich die Lage drastisch verschlechtert hatte. Mittlerweile war mein Mann im Auto eingeschlossen. Die Türen ließen sich weder von außen öffnen, noch von innen, die Karte am Autoschlüsselbund versagte. Nicht mal die Fenster ließen sich öffnen, da die elektronischen Fensterheber völlig versagten. Mein Mann war kurz vorm Ausrasten. Ich glaube aber, es war pure Angst.
Ich rannte also zurück in Richtung IKEA. Die Dame kam mir entgegen, welch Glück. Ich überfiel sie gleich mit unserem Problem und sie meinte nur:
„Na sowas hat no kana gschafft. Sie müssen die Karte auf den Checkpoint halten. Nicht so lange!“
Hin und her, länger, kürzer, nach dem 10ten Mal knackte es dann plötzlich. Endlich.
Einstieg Leihwagen die 2te 9:54 Uhr
Ich: „Wir können noch nicht starten, weil wir das Auto erst ab 10 haben und es noch nicht 10 ist. Wir sollen es 5 Minuten vorher nochmal probieren.“
Mein Mann: „Und das sagt sie uns erst jetzt?“
9:55 Uhr
Ich: „Sollen wir schon?“
Mein Mann: „Nein, warten wir noch bis 9:56.“
9:56 Uhr
Mein Mann: „Aber jetzt!
Zündung ein – „BIIIING“
Mein Mann: „AHHHH!! Wieso geht das nicht?!?“
Unsere neidischen Blicke schweiften auf ein Pärchen, das ins nebenstehende Leihfahrzeug einstiegen (nicht mit Checkpoint ausgestattet), sich anschnallten, starteten und davonfuhren. Das verstehe ich unter einem „normalen“ Auto.
Zündung aus – warten – Zündung ein – „BIIIING“
Zündung aus – warten – Zündung ein – „BIIIING“
Zündung aus – warten – Zündung ein – „BIIIING“
Ich: „Halte nochmal die Karte an den Checkpoint.“
„KLACK“ – „Willkommen, Sie haben den Transporter von 10–12 Uhr gemietet“ stand am Display. Juhuu, dachte ich.
Zündung aus – warten – Zündung ein – „WRUMMM“
Soviel zum Thema „das sind ganz normale Ford Transit…“ und soviel zum Thema „Elektronik erleichtert dein Leben“.
Abfahrt IKEA Wien Nord 10:01 Uhr
Fahrt in den 19ten, Rückfahrt in den 22ten, Agip Rautenweg angesteuert zum Volltanken.
Ankunft Agip Rautenweg 11:35 Uhr
Ich: „Na super, das geht sich locker aus. Glaubst du, die kennen sich aus mit Gastanken?“
Mein Mann: „Na sicher, wer, wenn nicht die Tankstelle …“
Ich: „Ja, außerdem müssen alle IKEA-Autos dort zur Tankstelle, die kennen sich sicher aus.“
Wir fuhren also zur Erdgaszapfsäule und wollten es zuerst selbst versuchen. So schwer könne Erdgastanken schließlich nicht sein. Klappe auf, Zapfhahn genommen, Stutzen drauf, verhaken, Startknopf drücken, und? Nichts. Enthaken, entlüften, Stutzen wieder runter, Zapfhahn wieder aufgehängt und alles von vorne. Nichts. Mein Mann holte die Tankwärtin. Sie meinte nur, sie kenne sich auch nicht aus und sie sei die einzige im Geschäft und außerdem müssen wir das wissen, wir fahren ja schließlich mit dem Auto.
„Wie bitte?“
Nach unzähligen Versuchen, startete sich schließlich die Zapfsäule neu (vermutlich wegen Überlastung) und ich konnte endlich tanken und zahlen.
Abfahrt Agip Rautenweg 11:52 Uhr
Ankunft IKEA Wien Nord 11:59 Uhr
Fazit
Leihe dir niemals einen IKEA Transporter aus! Das System ist nicht ausgereift und das Personal nicht richtig eingeschult (unvollständige Preisangaben, keine Hilfe bei Leihwagenelektronikproblemen) oder jobfrustriert (patzige Antworten, wenn der Kunde Probleme hat, weil nicht richtig eingewiesen wurde). Viele Dinge hätte man im Vorfeld abklären können, was zu wesentlich weniger Ärger und Stress geführt hätte.
7 Kommentare

hi
wieviel hat die tankfüllung dann gekostet?
tia
Hi,
es waren nur ein paar Euro, aber wir haben auf jeden Mal mehr reingetankt, als wir verfahren sind. Das heißt, sie wollen einen vollen Tank zurück, aber der Tank war garantiert nicht voll, als wir das Auto übernommen haben.
illy
danke für die schnelle antwort! naja ist zwar auch ärgerlich, aber in relation hört sich das nach “egal” an. woran habt ihr das gemerkt?
ich habe gerade einen für nächste woche reserviert. ein bissl adrenalin motiviert ja… mal schaun
hinweis für alle anderen:
- die fahrzeuge haben 3 sitzplätze,
- die OMV tankstelle gegenüber hat das erdgas (hotline wußte nicht ob CNG oder etwas anderes),
- die oemtc-treibstoff-suche kennt CNG,
- den tarif gesonderten tarfig für family-card-besitzer gibt es nicht mehr, alle gleich 29€ und 9€/h
- rückgabe bis 1h vor öffnungszeitenende(?) (werktags bis 20:00, sa bis 17:00), keine ahnung was danach ist… und ich hoffe es geht sich aus
Gemerkt haben wir es daran, dass wir nur etwa 50 Kilometer gefahren sind, aber sicherlich für eine Strecke von 100 Kilometer Erdgas reingetankt haben. Ich weiß jetzt nicht mehr die genauen Zahlen auswendig, aber wir hatten es damals ausgerechnet. Denn die Tankanzeige besteht glaub ich aus 4 oder 5 Lämpchen, wenn alle leuchten, ist es voll. Naja, da kann man sich vorstellen, dass es da Spielraum gibt zwischen “vollgetankt” und “fast vollgetankt”. Den letzten beißen bekanntlich die Hunde …
IKEA ist ein Scheißladen!
Entgegen aller Werbung – Leute vergesst IKEA, wenn ihr nicht in eine Service-Wüste kommen wollt.
Die Preise sind, zumindest teilweise günstig – die Qualität ist aber dem Preis entsprechend, sehr durchwachsen und minderwertig.
Ein Bekannter hat eine Küche gekauft. Der Wagen war hoch beladen mit teilweise schweren Kartons.
Da er schwerbehindert ist, fragte er an der Kasse – nachdem er immerhin ca. 1.800,- Euro bezahlt hatte – ob ihm jemand beim Einladen helfen könne.
„Ja, ja, draußen sind Leute von uns, die die Wagen einsammeln und die helfen ihnen“.
Draußen wurde meinem Bekannten von diesen Leuten gesagt, dass ihnen das Helfen beim einladen, vertraglich verboten sei. Da stand er nun, hatte für seine Verhältnisse viel Geld bei IKEA gelassen und wurde verschaukelt.
Das den Mitarbeitern, das Helfen beim Beladen verboten ist, war an der Kasse mit Sicherheit bekannt. Egal, schnell kassieren, soll er doch sehen, wie er fertig wird …
So sieht Kundendienst bei IKEA aus!
Die Qualität der gekauften Küche war mehr als mäßig und für den gezahlten Preis, teuer gekauft.
Ich selbst hatte ebenfalls ein für IKEA typisches Erlebnis.
Ich hatte mir von Freunden, Anti-Rutsch-Unterlagen für Teppich-Brücken bzw.
Läufer von IKEA mitbringen lassen.
Abgesehen davon, dass die Brücken ohne diese Unterlagen besser lagen, als mit diesem minderwertigen IKEA-Zeug, lagen, wollte ich den Rest dieser Unterlagen, die originalverpackt waren, bei IKEA zurück geben.
Den Kassenbon konnten meine Freunde nicht mehr finden. Ich dachte, dass dies kein Problem sein würde, weil die Ware deutlich mit dem IKEA-Signet versehen war und sich in unbeschädigter Verpackung befand.
Da hatte ich aber die Rechnung, ohne den sogenannten Kundendienst von IKEA gemacht: „Ohne Kassenbon, dürfen wir nichts zurücknehmen.“
Das war die Antwort auf mein Ansinnen. Es sei eine ausdrückliche Anweisung vom „obersten Chef“.
Diese Beispiele zeigen deutlich, was IKEA bedeutet bzw. was den Kunden bei IKEA wirklich erwartet.
so.
tankkosten waren 28ct(!). der tankstutzen hat ziemlich geklemmt und wir dachten zuerst es funktioniert nicht, da der tankvorang selbst ca 2 sekunden dauerte
ansonsten hat alles sehr gut funktioniert, auch die verriegelung. ich hatte ab 1800 reserviert… ging sich überhaupt nicht aus (wir hatten 3 volle wagen + eine palette. sind dann mit einer stunde verspätung abgefahren nachdem wir bis 2100 verlängert wurden inoffiziell (aber textlich am merktzettel für die leihtransporter vermerkt) darf man also während der gesamten öffnungszeiten die transporter zurückbringen.
und wurden trotzdem nur 2h berechnet!
außerdem mußte ich für meine freundin einige sachen zurückbringen, zum teil transportschäden. war überhaupt kein problem und die angestellte sehr freundlich (obwohl ich der letzte kunde an dem tag war).
ich mag ikea auch nicht besonders, garnicht hauptsächlich wegen der qualität – die ist dem preis entsprechend und es gibt auch sehr hochqualitative sachen. aber mir ist dort noch immer im rahmen ihrer möglichkeiten geholfen worden. auch sind ausreichend viele mitarbeiter in den abteilungen, das kenne ich auch anders. also es gibt servicemäßig wirklich schlimmeres als ikea…
ich kann den leihtransporter empfehlen, allerdings waren bei uns keinerlei spanngurte im wagen… und er war fast voll. nachdem ikea auch welche verkauft, hätt man sich versorgen können, aber eigentlich stellt das einen mangel da mMn.
Ich glaube, es kommt immer darauf an, zu welcher Zeit man an welchem Ort mit welchen Menschen zusammenkommt. Manchmal hat man Glück und manchmal Pech. Ich persönlich würde mir kein Erdgas-Auto mehr bei Ikea ausborgen, eher schon einen Leihtransporter bei Lutz, denn das war bisher immer absolut unkompliziert – und vorallem ohne das Auto nachher volltanken zu müssen. Das nenn ich hald Service. Über die Qualität bei Ikea läßt sich streiten. Ich kaufe hald meine Möbel immer so durchmischt, überall gibt es was, was sich nett kombinieren lässt und für manche Dinge (wie z.B. Teller, Gläser oder ein stinknormales Regal) will ich einfach nicht viel Geld ausgeben, da bietet sich Ikea an. Wenn ich ein hochwertiges Möbel oder Designerstück haben möchte, werde ich vermutlich nicht zu Ikea gehen, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen
Vielen Dank an alle Kommentare. Das hilft sicher dem einen oder anderen in Zukunft weiter