Polizeieinsatz am Flughafen

FotoverbotAm 28. Dezember schaffe ich es nun endlich, dachte ich. Am Sonntag fahr ich zum Flughafen und fotografiere den Tower mit meinem Motiv drauf. Wird ja nur noch im Dezember projeziert, und es wär ja schade, das zu verpassen, dachte ich. Also fuhren wir los. Ich sah schon, dass viel Flugverkehr war, da drei mal Flugzeuge unseren Weg kreuzten. Zuerst sind wir bei einer Auffahrt illegalerweise stehen geblieben. Ich hab mein Stativ ausgepackt und hab in der Eiseskälte mit halb gefrorenen Fingern Fotos geschossen. Hätt ich kein Stativ mitgehabt, hätt ich das Shooting vergessen können. Schließlich hab ich am ganzen Körper gezittert. Zittern und Dunkelheit sind eine ganz blöde Kombination beim Fotomachen. Dann mußten wir ja sowieso über die Rampe bei der Abflughalle wieder zurück zur Autobahn, also dachten wir, wir könnten ja von da auch nochmal Fotos machen. Wir blieben auf einer Sperrfläche stehen, ich stieg aus, packte mein Stativ aus und machte ein paar Fotos. Nach ca. 1,5 Minuten wollte ich mein Stativ wieder einpacken. Zu diesem Zeitpunkt spürte ich meine Finger schon nicht mehr. Plötzlich stand die Polizei vor mir und fragte mich: “Und was wird des?”. Ich antwortete, dass ich doch nur den Tower fotografiert hätte und der Polizist fragte mich, wieso. Ich erklärte ihm die Sache mit dem Grafikwettbewerb. Ein anderer Polizist nahm sich Eugen zur Brust und fragte ihn die selben Fragen wie mich, um zu sehen, ob es irgendwelche Unstimmigkeiten gäbe. Der Polizist hat mir dann erklärt, dass der Krieg in Israel und der gleichzeitige Start eines Flugzeuges der “El Al” mich in diese prikäre Situation gebracht hätte. Es herrsche Alarmstufe Rot und deshalb dürfe ich auch nicht fotografieren. Super, dachte ich, nur deshalb darf ich in meinem Heimatland kein Foto schießen! “Hams an Ausweis?” Ich gab dem Beamten meinen Führerschein. Alle meine Daten wurden aufgeschrieben. Ich sagte nochmals, dass der Polizist gerne die Geschichte nachprüfen kann, denn im Internet würde man genug über mich finden. “Und auf der Sperrfläche dürfens a net stehn!” “Ja Herr Inspektor, wir fahren schon weg…” Ich warf zum Glück noch die Kamera ins Auto, ansonsten hätte er die mir vielleicht auch noch weggenommen. Nach unzähligen Fragen durften wir dann auch wieder fahren – zum Glück ohne weitere Zwischenfälle.

Meiner Meinung nach ist es natürlich gut, am Flughafen für Sicherheit zu sorgen – keine Frage. 100 Meter von der Abflughalle entfernt war es aber kein Problem ein Foto zu machen, da steht auch niemand, niemand wird kontrolliert, jedoch 100 Meter weiter muss man Angst um seine Freiheit haben, weil man den Fotoapparat auspackt. Würde jemand einen Anschlag planen, würde er sicher nicht vor einem Polizeiauto stehenbleiben und sich vor der Abflugshalle breitmachen, um von allen Beamten und Kameras gesehen zu werden. Schwachsinn finde ich es, wenn man in seinem eigenen Land eingeschränkt wird, nur weil sich irgendwo Menschen die Köpfe einschlagen müssen. Ich nehme keine Stellung zu dem Krieg, ich “halte” zu keiner Seite, Krieg ist immer scheiße, egal um wen es geht und wo er stattfindet. Ich bin froh, dass wir in einem friedlichen Land leben und finde, wir sollten den Krieg anderer Länder nicht nach Österreich bringen!

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